Abbildung 1: Risikopr盲mie wieder auf langj盲hrigem Mittelwert

Rendite 10-j盲hrige Bundesobligation, Nettoanfangsrendite Prime-Immobilien und resultierende Risikopr盲mie (%)

Darstellung der Rendite 10-j盲hrige Bundesobligation, Nettoanfangsrendite Prime-Immobilien un dresultierende Risikopr盲mie in Prozent.

Risikopr盲mie wieder auf langj盲hrigem Mittelwert

Abbildung 2: Leerwohnungsziffer sinkt weiter

Leerwohnungen (Total (linke Achse); in % des Bestands (rechte Achse))

Darstellung der leerstehenden Mietwohnungen, der leer stehenden Eigentumswohnungen und der Lehrwohnungsziffer zwischen 2014 und 2024.

Leerwohnungsziffer sinkt weiter

Das makro枚konomische Umfeld der vergangenen Jahre war von viel Unruhe gepr盲gt. Auf die Pandemie und den daraus resultierenden Konjunktureinbruch folgten Inflation, Zinserh枚hungen und damit verbundene Rezessions盲ngste sowie geopolitische Verwerfungen. Die resultierende Unsicherheit zeigt sich auch in der Stimmung der Schweizer Wirtschaftsakteure. Als wichtigster Handelspartner der Schweiz setzt die Schw盲che der deutschen Industrie dem verarbeitenden Gewerbe hierzulande zu. Dies wird deutlich am Einkaufsmanagerindex (Purchasing Managers' Index 鈥 PMI), der f眉r die Industrie nun seit Januar 2023 konstant unter der Wachstumsgrenze von 50 Punkten liegt. Mit einer Spanne der Werte zwischen 43 und 57 Punkten seit Januar 2023 zeigt der Einkaufmanagerindex im Dienstleistungsbereich zwar ein etwas weniger d眉steres Bild als der Industrieindex, gleichzeitig spiegelt die hohe Volatilit盲t die erh枚hte Unsicherheit wider.

Nach einem moderaten Wachstum von 0,7% im Jahr 2023 konnte die Schweizer Wirtschaft, trotz des mangelnden R眉ckenwindes aus dem Ausland, nach einem Wachstum von 0,5% im ersten Quartal 2024, mit 0,7% im zweiten Quartal sogar ein 鈥 beg眉nstigt durch eine kr盲ftige Expansion in der chemisch-pharmazeutischen Industrie 鈥 leicht 眉berdurchschnittliches Wachstum verzeichnen. Das Wachstum am Arbeitsmarkt pr盲sentiert sich nicht entsprechend dem Wachstum der Schweizer Wirtschaft. Nach dem deutlichen Besch盲ftigungswachstum von 77 200 Vollzeit盲quivalenten (VZAE) im Jahr 2023 war das Besch盲ftigungswachstum im ersten Halbjahr 2024 mit 26 900 VZAE eher moderat. Analog ist auch die Arbeitslosenquote im bisherigen Jahresverlauf von 2,2% im Januar auf 2,5% im September gestiegen. Somit wird f眉r 2024 mit einem Gesamtwachstum von 1,4% gerechnet, was zwar eine deutliche Verbesserung gegen眉ber dem Vorjahr bedeutet, jedoch nach wie vor unter dem Trendwachstum von 1,6% liegt.

Niedrige Inflation erm枚glicht Zinsschritte der Schweizerischen Nationalbank

Die Inflation in der Schweiz liegt, im Kontrast zum europ盲ischen Ausland und den USA, seit inzwischen mehr als einem Jahr konstant im Zielband der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zwischen 0 und 2%. Auch im 3. Quartal 2024 ist der Inflationsdruck in der Schweiz gegen眉ber dem Vorquartal nochmal deutlich gesunken. Insbesondere die Importg眉ter wirken bereits seit November 2023 deflation盲r. Auch bei den Inlandg眉tern hat die Ver盲nderungsrate gegen眉ber dem Vorjahresmonat im Jahr 2024 die 2%-Marke aber nicht mehr 眉berschritten. Entsprechend wurde der Leitzins im September wiederum um 25 Basispunkte auf nun 1% gesenkt. Mit der Erstarkung des Franken und der Entspannung bei den Energiepreisen wurde ebenfalls die bedingte Inflationsprognose der SNB im September deutlich nach unten angepasst. Damit werden aktuell zwei weitere Zinssenkungen im Dezember 2024 und M盲rz 2025 um je 25 Basispunkte erwartet.

Risikopr盲mien wieder auf dem langj盲hrigen Mittelwert

Nachdem Schweizer Immobilienanlagen in den vergangenen zwei Jahren etwas an Attraktivit盲t eingeb眉sst hatten, hat sich die Stimmung bei den Anlegern, auch dank der Normalisierung der Risikopr盲mie, im Jahr 2024 wieder erheblich gebessert. Mit etwa 175 Basispunkten liegt die Risikopr盲mie f眉r direkte Immobilienanlagen im 3. Quartal inzwischen wieder leicht 眉ber dem Niveau des langj盲hrigen Mittelwerts (Abb. 1). Neben dem deutlichen R眉ckgang der Renditen auf Bundesobligationen wirken sich hier die Korrekturen bei den Immobilienrenditen der vergangenen 24 Monate positiv aus. Im Vergleich zum Tiefpunkt im ersten Halbjahr 2022 sind die Spitzenrenditen im Wohnsegment um insgesamt 65 Basispunkte gestiegen, im Einzelhandel um 53 Basispunkte. Die vergleichsweise niedrigen Korrekturen im Einzelhandel lassen sich mit der vom Boom des Onlinehandels bedingten geringeren Kompression der Renditen in diesem Segment w盲hrend der Pandemie erkl盲ren. Wohnliegenschaften haben im Gegenzug w盲hrend dieser Zeit starke Renditekompressionen verzeichnet, was in einer etwas st盲rkeren Korrektur nach der Zinswende resultiert hat. Bei B眉roliegenschaften kommen zu den ver盲nderten Bedingungen an den Kapitalm盲rkten strukturelle Verschiebungen, die das Segment zus盲tzlich unter Druck setzen. Weltweit haben B眉roliegenschaften daher in den vergangenen zwei Jahren die st盲rksten Korrekturen hinnehmen m眉ssen. Mit einem Anstieg der Rendite um 70 Basispunkte haben B眉ros in der Schweiz ebenfalls die deutlichste Korrektur erfahren, im internationalen Vergleich bleibt diese aber moderat.

Zuletzt hat sich 眉ber alle Segmente bei den Renditen wieder eine Stabilisierung gezeigt und seit dem 3. Quartal 2024 gar wieder leichte Kompressionen.

Nachfrage nach Mietwohnungen in der Schweiz ungebrochen hoch

Die Fundamentaldaten am Schweizer Wohnungsmarkt bleiben sehr positiv. Nach dem Rekordwert im Jahr 2023 ist die Nettozuwanderung mit knapp 58 000 zwischen Januar und September 2024 zwar im Vorjahresvergleich r眉ckl盲ufig, liegt aber anhaltend auf hohem Niveau. Somit steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen weiter stark an, w盲hrend sich die Ausweitung des Angebots mit 38 000 baubewilligten Wohneinheiten in den vergangenen 12 Monaten nur langsam von dem sehr niedrigen Niveau erholt. Damit sinkt die Leerwohnungsziffer weiter von 1,15% im Vorjahr auf aktuell 1,08%. Getrieben war der R眉ckgang einmal mehr durch die Mietwohnungen, wo der Leerstand um 8,6% zur眉ckging, w盲hrend 9,5% mehr Eigentumswohneinheiten verzeichnet wurden (Abb. 2).

Die anhaltende Knappheit treibt die Mieten folglich weiter nach oben: Gem盲ss W眉est Partner sind die Angebotsmieten im 2Q24 schweizweit um 6,4% gestiegen. Auch im 3. Quartal war das Wachstum mit 3,8% im Vorjahresvergleich, trotz des bereits kr盲ftigen Anstieg von 3,9% im Vorjahresquartal, anhaltend stark.

Im vergangenen Jahr wurden am Mietwohnungsmarkt durch zwei Anhebungen des hypothekarischen Referenzzinssatz um je 25 Basispunkte im Juni und Dezember 2023 auch die Bestandsmieten angehoben. Da sich der Referenzzinssatz auf den volumengewichteten, durchschnittlichen Zinssatz der ausstehenden Hypothekarforderungen der Schweizer Banken bezieht, wird durch den aktuellen R眉ckgang der Hypothekarzinsen mit keiner weiteren Anhebung des Referenzzinssatzes mehr gerechnet. Durch den hohen Anteil von Festhypotheken steigt jedoch, je nach Laufzeit und Zeitpunkt der Refinanzierung, f眉r einen Teil des Gesamthypothekarbestandes das Zinsniveau trotz der Leitzinssenkungen weiter an. Damit werden Ver盲nderungen, und damit auch der aktuelle R眉ckgang im Zinsniveau, erst zeitverz枚gert im Referenzzinssatz reflektiert.

Bev枚lkerungswachstum st眉tzt auch kommerzielle M盲rkte - trotz struktureller Herausforderungen

Der Markt f眉r kommerzielle Fl盲chen wurde neben der Zinswende auch von der anhaltenden Unsicherheit bez眉glich dem k眉nftigen Fl盲chenbedarf angesichts hybrider Arbeitsmodelle und dem Wachstum des Onlineshopping erfasst. Dazu kommt die wenig dynamische konjunkturelle Lage, auf die das kommerzielle Segment per se sensitiver reagiert als der Wohnungsmarkt. Trotz dieser widrigen Umst盲nde pr盲sentieren sich die kommerziellen Segmente am Schweizer Immobilienmarkt verh盲ltnism盲ssig robust.

Auf dem B眉rofl盲chenmarkt wirkt das Besch盲ftigungswachstum stabilisierend. Mit +26 900 Vollzeit盲quivalenten ebbte das Wachstum im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zu 2023 zwar etwas ab, blieb aber positiv. Daneben hilft, dass Schweizer Unternehmen gem盲ss dem Immobiliendienstleister CBRE im internationalen Vergleich eine 眉berdurchschnittliche B眉ropr盲senz verzeichnen. Damit bleibt die Angebotsquote in den Schweizer B眉rostandorten gr枚sstenteils stabil. Vor allem die Nachfrage nach B眉ror盲umlichkeiten an Toplagen bleibt bestehen. Da sekund盲re Objekte am Vermietungsmarkt im Zuge von Fl盲chenkonsolidierungen dagegen einen zunehmend schwierigen Stand haben, resultiert eine Polarisierung des Mietmarktes. Diese zeigt sich in der unterschiedlichen Entwicklung der Mieten: W盲hrend Primemieten seit Beginn der Pandemie um 4,1% gestiegen sind, sind die Durchschnittsmieten um 5% zur眉ckgegangen.

Verkaufsfl盲chen sehen sich Onlinehandel-bedingten strukturellen und konjunkturellen Herausforderungen gegen眉ber. Jedoch hellt die Konsumentenstimmung dank Reallohnwachstum wieder auf, wobei das Wachstum der Detailhandelsums盲tze verhalten bleibt. Entsprechend pr盲sentiert sich auch die Situation am Einzelhandelsmarkt: Gem盲ss W眉est Partner sind die Mieten f眉r Verkaufsfl盲chen im 3Q24 im Vergleich zum Vorquartal nochmal um 0,3% zur眉ckgegangen. An den Spitzenlagen, die auch durch die Wiederkehr der Touristen gest眉tzt werden, haben, insbesondere in Z眉rich, die Mieten dagegen deutlich angezogen.

Trotz global unruhigem Umfeld verzeichnet die Schweiz eine solide Performance.
- Dr. Kerstin Hansen, Research & Strategy Real Estate DACH

Immo-Update

Neues zu unseren Immobilienanlageprodukten

Unser Real Estate Switzerland Team

  • Daniel Br眉llmann

    Daniel Br眉llmann

    Head Real Estate DACH

  • Urs F盲s

    Urs F盲s

    Head Portfolio Management/ Listed Funds CH

  • Ulrich Braun

    Ulrich Braun

    Head Investment Foundations CH

  • Oliver  M眉ller-K盲nel

    Oliver M眉ller-K盲nel

    Head International & non-listed Products CH and RE-DA

  • Matthias J盲ger

    Matthias J盲ger

    Head Acquisition & Disposition CH

  • Christian  Braun

    Christian Braun

    Head Market Specialists Real Estate DACH