Durch Marktunsicherheiten navigieren
Aktuelle Marktbewegungen und ihre Folgen f眉r Schweizer Immobilienanlagen

![]()
header.search.error
Aktuelle Marktbewegungen und ihre Folgen f眉r Schweizer Immobilienanlagen

"Liberation Day" bringt die Weltwirtschaft in Aufruhr
Die Zollank眉ndigungen von Donald Trump am 2. April 2025 haben f眉r erhebliche Turbulenzen in der Weltwirtschaft gesorgt. Die Aktienm盲rkte auf der ganzen Welt st眉rzten ab und 脰konomen korrigierten ihre Wachstumsprognosen nach unten. Am 9. April folgte die Ank眉ndigung, dass die Z枚lle f眉r 90 Tage ausgesetzt werden und 芦nur禄 der Basiszoll von 10% gilt 鈥 mit Ausnahme der Z枚lle auf chinesische G眉ter, die zun盲chst auf 125% und dann sogar auf 145% erh枚ht wurden. Auf die Aussetzung folgte eine kurze Erholung an den Finanzm盲rkten, die jedoch kurzfristig war, bevor die Rezessionsbef眉rchtungen wieder in den Vordergrund rutschten. Das 芦Angstbarometer禄 VIX, das die Schwankungsbreite des US-Marktes misst, zeigte Werte an, die es in den letzten 25 Jahren lediglich zweimal gegeben hat: w盲hrend der Finanzkrise und beim Ausbruch der Corona-Pandemie.
Angepasste Wachstumsprognosen f眉r die Schweiz
Die Schweizer Exportindustrie ist von den angek眉ndigten Z枚llen massgeblich betroffen. Aufgrund des hohen Handels眉berschusses der Schweiz werden Exporte in die USA ab Juli 2025 mit Z枚llen von 31% belegt, wobei pharmazeutische Produkte zun盲chst ausgenommen sind. Direkt d眉rften die Z枚lle in der kurzen Frist nur begrenzte Auswirkungen auf die Schweizer Gesamtwirtschaft haben, insbesondere solange Pharmaprodukte, die den Grossteil der Exporte in die USA ausmachen, aussen vor bleiben. Schwerer d眉rfte die hohe Unsicherheit wiegen, die Unternehmen von Investitionen abh盲lt. So d眉rfte die globale Konjunktur und insbesondere das Wachstum in der Eurozone schw盲cher ausfallen und damit auch das Wachstum in der Schweiz d盲mpfen. Im Vergleich zu unserer bisherigen UBS-Prognose von 1,5% Wachstum zu Anfang des Jahres, rechnen wir nun nur noch mit einem Wachstum des (nicht sportevent-bereinigten) Schweizer Bruttoinlandsprodukts von 1% f眉r 2025.
Zinstrends und ihre Auswirkungen auf Immobilien
Trotz der besonders hohen Z枚lle auf Schweizer Produkte hat der Schweizer Franken deutlich aufgewertet. Am 11. April 2025 erreichte der USD/CHF-Wechselkurs ein Niveau, das seit 2011 nur zweimal erreicht wurde. Auch gegen眉ber dem Euro wertete der Franken deutlich auf. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steht daher zunehmend unter Druck, gegen die Frankenst盲rke vorzugehen. Da Devisenmarktinterventionen zu Vorw眉rfen der W盲hrungsmanipulation f眉hren k枚nnten (dies wurde bereits w盲hrend der ersten Pr盲sidentschaft Trumps thematisiert), d眉rfte die SNB w盲hrend dem die Verhandlungen 眉ber die Z枚lle laufen, den Franken eher durch weitere Zinssenkungen schw盲chen. Daher gehen wir aktuell von einer weiteren Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte auf 0% im Juni aus, eine ausserordentliche fr眉here Senkung ist jedoch auch m枚glich. Die Renditen von Schweizer Staatsanleihen sind aufgrund der gesunkenen Wachstumserwartungen und der gestiegenen Unsicherheiten nach den US-Zollank眉ndigungen deutlich gesunken. Bereits die vorangegangenen Zinssenkungen der SNB im Laufe des vergangenen Jahres haben das Interesse an Immobilienanlagen wieder deutlich erh枚ht (siehe auch unser Outlook 1H25). Die j眉ngsten Marktbewegungen d眉rften die Nachfrage nach Schweizer Immobilien weiter ankurbeln.
Defensivit盲t von Immobilieninvestitionen
Neben den positiven Aussichten f眉r Immobilienanlagen aufgrund des niedrigeren Zinsumfelds gewinnen vor allem die defensiven Eigenschaften dieser Anlagen im aktuell volatilen Umfeld zunehmend an Bedeutung. In den vergangenen 25 Jahren haben Schweizer Immobilienfonds eine durchschnittliche Rendite von 5,5% erwirtschaftet. Ihre Gesamtrendite lag damit weniger als 90 Basispunkte unter der von Schweizer Aktien. Dabei ist die Volatilit盲t aber bedeutend niedriger (siehe untenstehende Abbildung). Dies d眉rfte die Nachfrage nach Immobilien aktuell weiter st眉tzen, wobei bei Vorsorgeeinrichtungen teilweise Portfoliorebalancing vonn枚ten sein k枚nnte, wenn Aktien l盲ngerfristig unter Druck bleiben. Die Verordnung 眉ber die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2) enth盲lt ausdr眉ckliche Vorgaben zu den Maximalquoten einzelner Anlageklassen. F眉r Immobilien legt die BVV2 eine maximale Immobilienquote von 30% fest, was angesichts des R眉ckgangs der Aktienm盲rkte und der 眉ber die vergangenen Quartale bereits wieder gestiegenen Nachfrage nach Immobilienanlagen vereinzelt Herausforderungen darstellen k枚nnte.

Stabile Einkommensrendite
Allgemein profitieren Immobilienanlagen von dem hohen Anteil der Einkommens- an der Totalrendite, welche durch die Indexierung der Mieteinnahmen mindestens teilweise einen Inflationsschutz bieten. Auch wenn die Auswirkungen der Z枚lle durch die deutliche Erstarkung des Franken in der kurzen Frist in der Schweiz tendenziell eher deflation盲r wirken, d眉rften die Inflationserwartungen aufgrund der St枚rungen in den globalen Lieferketten und in der mittleren Frist aufgrund der Z枚lle und dem geplanten Fiskalpaket beim deutschen Nachbarn durchaus wieder steigen. Die Einkommensrendite Schweizer Immobiliendirektanlagen lag zwischen 2002 und 2024 bei durchschnittlich 4,2% p.a., was deutlich 眉ber der durchschnittlichen Inflation von 0,6% p.a. im selben Zeitraum liegt. Im Bereich der Core-Immobilien wird im Durchschnitt etwa von einem Verh盲ltnis von 70-80% Einkommens- zu 20-30% Wertsteigerungsrendite ausgegangen. Die resultierende niedrigere Volatilit盲t der Immobilienanlagen unterst眉tzt somit die Diversifikation des Portfolios insbesondere in unruhigeren Zeiten.
Wenig Ver盲nderung bei der Beurteilung der Fundamentaldaten
Im Tiefzinsumfeld der 2010er-Jahre erzielten Schweizer Immobilienanlagen neben stabilen Ertr盲gen auch einen deutlichen Kapitalzuwachs. Angesichts der nachgewiesenen Widerstandsf盲higkeit dieses Segments rechnen wir insbesondere im Wohnsegment mit einem Wertwachstum, das auf ein hohes Mietwachstumspotenzial aufgrund der starken Nettozuwanderung in den letzten Jahren und einer begrenzten Baut盲tigkeit zur眉ckzuf眉hren ist. Obwohl die erwartete Konjunkturabschw盲chung eine gewisse Herausforderung f眉r Gewerbeimmobilien darstellt, befindet sich dieses Segment in der Schweiz trotz des schwierigen Umfelds der letzten Jahre in einem robusten Zustand. Das Einzelhandelssegment erholt sich von der Verschiebung hin zum Online-Shopping und d眉rfte aufgrund der Inlandsausrichtung des Segments nicht stark von den aktuellen Verwerfungen betroffen sein.
Bei Logistik- und Industrieimmobilien d眉rften exportorientierte Unternehmen unter Druck geraten, aber die heimische Logistik d眉rfte von Nearshoring und einem Fokus auf resiliente Lieferketten profitieren. Im B眉robereich liegt der Fokus weiterhin auf der Qualit盲t und Lage der Objekte, aber auch auf der Mieterqualit盲t aufgrund des aktuellen wirtschaftlichen Gegenwinds. Der wirtschaftliche Druck bringt Immobilien mit langfristigen Mietvertr盲gen in eine bessere Position, insbesondere solche mit Mietern, die sich auf den Inlandsmarkt und in weniger wachstumssensiblen Branchen konzentrieren. Die Schweizer Hotellerie mag einen R眉ckgang der amerikanischen Touristen verzeichnen, bleibt aber aufgrund des zunehmenden Inlandstourismus und der in diesem Jahr stattfindenden Gro脽veranstaltungen stark. Insgesamt d眉rfte insbesondere das Segment Wohnimmobilien aufgrund seiner geringen Konjunkturabh盲ngigkeit und seiner hohen Defensive im aktuellen Umfeld ein hohes Interesse erfahren.
Erfahren Sie mehr zu den Mitgliedern des Teams, das f眉r die strategische Ausrichtung von UBS SA国际传谋 verantwortlich ist.